Kopfhörer richtig auswählen

Kopfhörer sind nicht nur dazu da, seine Lieblingsmusik hören zu können, ohne das Umfeld zu stören. Sie finden auch beim Mixen oder sonstiger Bearbeitung von Tonaufnahmen sowie beim Aufnehmen, DJing oder bei Konzerten Anwendung.

Es ist klar, dass einfache Smartphone-In-Ears oder Skype-Headsets für die Arbeit im heimischen Tonstudio selbst in der größten Not nicht taugen. Deshalb haben wir für Sie einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen bei der Auswahl der richtigen Musiker-Kopfhörer helfen sollen.

TIPP FÜR ANFÄNGER:

Auch wenn für jede Tätigkeit der eine oder der andere Typ besser geeignet sein kann und es keine Universallösung gibt, lassen sich bestimmte Funktionen ohne Probleme miteinander kombinieren. Zum Mixen oder Aufnehmen empfehlen wir Ihnen hochwertige Studio-Kopfhörer, die geschlossen sind. Wenn Sie bezüglich der Kopfhörerwahl unsere Experten konsultieren wollen, rufen Sie uns unter unserer kostenlosen Hotline-Nummer +43 720775084 (Mo-Fr 9-17 Uhr) an oder schreiben uns eine E-Mail an .

Studio-Kopfhörer

Studio-Kopfhörer sind für die Musikbearbeitung, das Mixen sowie das Mastering bestimmt und sind sowohl für unterwegs als auch für das heimische Tonstudio geeignet, um das Umfeld nicht zu stören. Für das Mixen werden Sie Kopfhörer mit ausreichendem Frequenzbereich brauchen, zum Beispiel 30 Hz bis 20 kHz, noch besser ist allerdings, wenn sie über das hörbare Spektrum hinaus gehen und Töne im Frequenzbereich von 18 Hz bis 23 kHz und mehr übertragen. Je größer der Frequenzbereich, desto gleichmäßiger und getreuer die Tonwiedergabe im gesamten hörbaren Spektrum. Beim Mixen ist es wichtig, dass alle Bässe und Höhen gut hörbar sind und die Frequenzcharakteristik ausgeglichen ist, damit die Kopfhörer eine bestimmte Frequenz nicht verstärken und den Klang der Aufnahme nicht verfälschen.

Geschlossene Kopfhörer

Beim Mischen von Gesang oder Solo-Instrument in einen fertigen Hintergrund ist es einerseits wichtig, die Hintergrundspur und sich selbst gut zu hören, was von den Verhältnissen im Kopfhörer-Mix abhängt, und andererseits sollte der Schall nicht nach außen gelangen. Würde der Mikrofon gleichzeitig den Ton aus den Kopfhörern einschließlich des Klicks erfassen, wäre die Aufnahme zerstört. Deshalb sollten beim Aufnehmen geschlossene Kopfhörer verwendet werden. Diese decken das Ohr komplett ab und sorgen dafür, dass kein Schall nach außen gelangt.

Offene und halboffene Kopfhörer

Beim Bearbeiten und Mixen von Musik ist es wichtig, dass die Kopfhörer eine maximal klanggetreue Wiedergabe gewährleisten. Hierfür sind sich eher offene und halboffene Kopfhörer mit einem breiten Frequenzbereich geeignet. Bei diesen Kopfhörern trifft der Schall nicht auf eine geschlossene Konstruktion und ist somit getreuer als bei den geschlossenen Kopfhörern, die dazu neigen, die Wiedergabe von Bassfrequenzen etwas zu „verfälschen“.

DJ-Kopfhörer

Auch ein DJ wird aufgrund der langen Tragedauer gut sitzende Kopfhörer brauchen. Verwendet er die Kopfhörer zum Beispiel auch zum Platzieren der Nadel auf einer Platte, müssen sie gut sitzen und verhindern, dass Geräusche von außen eindringen. DJ-Kopfhörer sind daher meistens geschlossen und verfügen über eine hohe Leistung.

Manchmal wird der DJ aber gleichzeitig den Sound im Saal und seinen eigenen Mix abhören wollen. Deshalb sind für DJ Kopfhörer mit drehbarer Ohrmuschel geeignet. Mit einem Ohr hört er dann den Mischpult-Sound und mit dem anderen den Sound im Saal.

In-Ear-Kopfhörer

In letzter Zeit werden Kopfhörer immer häufiger auch bei Konzerten eingesetzt. Vor allem von Schlagzeugern, die gut hören möchten, was ihre Kollegen spielen und die Abhörlautstärke niedrig halten wollen. Auch Sänger, die sich auf der Bühne viel bewegen und öfter mal abseits der Abhöranlage stehen, verwenden gerne eigene „In-Ears“. Das In-Ear-Monitoring ist damit ein komfortables System, mit dem die entsprechend angepassten Signale der einzelnen Instrumente (Vokale) dem Musiker direkt ins Ohr gelegt werden, anstatt an den Abhörlautsprecher gesendet zu werden.

Für das In-Ear-Monitoring eignen sich am besten gut geformte Ohrstöpsel, über die nur der Sound vom Tontechniker zu hören ist, der nicht vom lauten Schlagzeuggeräusch oder vom voll aufgedrehten Gitarren-Apparat übertönt wird. Für Sänger ist es auch von Vorteil, dass durch das In-Ear-Monitoring die ewigen Probleme mit dem Feedback gelöst werden.

Weitere Parameter, die beachtet werden sollten

Wenn Sie Ihre Kopfhörer öfter mal außerhalb von Studio oder von zu Hause benutzen wollen, ist es von Vorteil, wenn sie sich teilweise zusammenklappen lassen und Sie dazu ein passendes Case haben.

Außerdem sind ein austauschbares Kabel und austauschbare Ohrpolster sinnvoll, damit man die Kopfhörer nicht wegwerfen bzw. reparieren lassen muss, nur weil die Ohrpolster durch häufigen Gebrauch abgenutzt sind, oder das Kabel abgebrochen ist.

In Bezug auf den Stecker müssen Sie sich wiederum keine Sorgen machen, denn meistens wird ein Adapter 3,5-mm-Klinken-Buchse auf 6,3-mm-Klinken-Stecker mitgeliefert.

Headset-Verstärker

Wenn Sie mehr als zwei Kopfhörer anschließen wollen, was beim Aufnehmen häufig der Fall sein kann, ist die Verwendung der beliebten Abzweigstecker ohnehin nicht möglich. An einen Kopfhörerausgang können höchstens zwei Kopfhörer angeschlossen werden und auch das ist nicht unbedingt ratsam. Die meisten Soundkarten verfügen jedoch höchstens über zwei Kopfhörerausgänge. Für diese Zwecke gibt es Headset-Verstärker. Die einfachsten Modelle verfügen über einen Eingang und vier Ausgänge. Die besseren Modelle haben aber zwei verschiedene Eingänge und lassen somit zwei verschiedene Abhörmischungen zu, zwischen den hin und her geschaltet werden kann. Mit den komplexesten Verstärkern lassen sich die Verhältnisse zwischen beiden Kanälen ändern und zusätzlich kann jeder Musiker dem Signal noch eine weitere Audioquelle beimischen, zum Beispiel einen Klick.
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