Mikrofon richtig auswählen

Mikrofon ist das wichtigste Gerät für Musikaufnahmen sowie für die Beschallung. Ohne ein Mikrofon lassen sich Gesang oder akustische Musikinstrumente bzw. Apparaturen nicht verstärken.

TIPP FÜR ANFÄNGER:

Für Anfänger und weniger anspruchsvolle Nutzer, die nach einem absoluten Standard suchen und das Mikrofon für gängige Aufnahmen bzw. zur Stimmverstärkung in einem Saal brauchen, empfehlen wir das klassische dynamische Mikrofon. Mit diesem vielseitigen Gerät machen Sie sicher keinen Fehler. Sollten Sie bei der Auswahl Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an unsere Experten unter der Telefonnummer +43 720775084 (Mo-Fr 9-17 Uhr) oder per E-Mail an .

Mikrofone werden nach verschiedenen Kriterien aufgeteilt. Sie werden nach Bauart, Größe der Innekapsel, Frequenz- und Richtcharakteristik sowie Nutzungsart unterschieden, was für den Laien etwas kompliziert erscheinen mag. Dafür gibt es unseren Kauf-Ratgeber, der Ihnen bei der Auswahl des richtigen Mikrofons helfen wird.

Nach der Bauart werden für die Tonaufnahme zwei Haupttypen von Mikrofonen verwendet – dynamische und Kondensatormikrofone.

Grundeinteilung von Mikrofonen


Dynamische Mikrofone

Das dynamische Mikrofon verfügt über eine Membran, die durch Schallschwingungen angeregt die Spule im elektrischen Feld in Schwingungen versetzt. Der Vorteil dieses Mikrofons besteht in dem relativ starken Signal, der einfachen Bauweise und der höheren Widerstandsfähigkeit. Diese Mikrofone benötigen keine Speisung und auch keinen besonders leistungsfähigen Vorverstärker und können einem höheren Schalldruck (einer hohen Lautstärke der Audioquelle) standhalten. Deshalb werden dynamische Mikrofone speziell auf Bühnen gerne verwendet. Sie werden vorwiegend zur Abnahme von Gesang, einzelnen Trommeln oder Bass- bzw. Gitarren-Combos eingesetzt. Dynamische Mikrofone reagieren außerdem weniger empfindlich auf störende Nebengeräusche.

Kondensatormikrofone

Beim Kondensatormikrofon trifft der Schalldruck auf die Sprechmembran, die eine Elektrode des Kondensators darstellt, und bringt sie zum Schwingen. Der Kondensator ist an einem Stromkreis angeschlossen. Durch die Membranbewegung wird der Abstand zur Platte verändert und damit die Kondensatorkapazität, wodurch die Tonaufnahme entsteht. Kondensatormikrofone benötigen allerdings eine 48 Volt Spannungsquelle – so genannte Phantomadapter. Über diese verfügen heute alle Mischpulte und Soundkarten. Da Kondensatmikrofone ein schwaches Signal liefern, ist darin ein Verstärker eingebaut.
Kondensatormikrofone liefern einen originalgetreuen Klang und sind wegen ihrer hohen Empfindlichkeit bestens geeignet für Studios (auch Homestudios). Sie werden vor allem für Vokalstimmen und zur Abnahme von akustischen Soloinstrumenten wie Geige, Saxophon, Klarinette oder Klavier eingesetzt.

USB-Mikrofone

Beliebt sind auch USB-Mikrofone. Hierbei handelt es sich um Kondensatormikrofone mit einer USB-Schnittstelle. Sie sind die ideale Lösung für alle, die beim Aufnehmen flexibel sein wollen. Diesen Mikrofontyp braucht man nur an einen PC/Mac anschließen und schon kann es losgehen. Dabei benötigt man keine zusätzliche Soundkarte, da diese schon eingebaut ist. Dadurch ist es jederzeit und überall bequem einsetzbar. Diese Mikrofone werden sehr gerne zum Aufnehmen von sog. Podcasts, YouTube-Videos usw. verwendet.

Bändchenmikrofone

Im Zuge der Retromania erleben die Bändchenmikrofone eine Renaissance. Prinzipiell handelt es sich um eine Unterart der dynamischen Mikrofone, die Bändchenmikrofone klingen jedoch originalgetreuer und sind empfindlicher. Wie ein konventionelles dynamisches Mikrofon, nutzt auch das Bändchenmikrofon die elektromagnetische Induktion, nur hier bewegt sich ein dünnes Bändchen in einem elektromagnetischen Feld. Das Bändchenmikrofon erfasst mehr Details, da das Bändchen mit keiner Spule verbunden ist. Aufgrund der besonderen Bauart nehmen sie von zwei gegenüberliegenden Seiten gleichmäßig auf und sind daher bei Gesangsaufnahmen besonders gut für Duette geeignet. Sie werden für Stimmen, aber auch zur Aufnahme von manchen akustischen Instrumenten wie Geigen eingesetzt, weil sie angenehme Höhen besitzen. Darüber hinaus eignen sie sich auch für Studioaufnahmen von Umgebungsgeräuschen.

Spezifische Mikrofontypen

Es gibt auch weitere, für besondere Zwecke geeignete Mikrofontypen. Die so genannten Handmikrofone (handgehaltene Gesangsmikrofone) sind so konzipiert, dass sich durch die Handbewegung keine Störgeräusche ergeben. Drahtlose Mikrofonsysteme verfügen über einen eingebauten Sender für eine absolute Bewegungsfreiheit auf der Bühne ohne Stolpergefahr. Kleine Röhrenmikrofone werden direkt am Instrument angebracht und sind daher besonders für die Aufnahme von Bläsern. Die speziellen Boundary-Mikrofone, die am Boden befestigt werden, eignen sich vor allem zur Aufzeichnung von Bass-Drums oder Klavier.
Speziell für Studio-Freaks und anspruchsvolle Produzenten gibt es Röhrenkondensatormikrofone.


Richtcharakteristik

Ein wichtiger Parameter bei einem Mikrofon ist die Richtcharakteristik, die angibt, wie empfindlich Mikrofone auf Schall aus verschiedenen Richtungen reagieren. Die am häufigsten eingesetzte Richtcharakteristik ist wohl die so genannte Niere. Mikrofone mit dieser Richtcharakteristik sind zwar gerichtet, aber nicht so schmal, sodass sie auch Seitengeräusche auffangen können.
Für maximale Isolierung von Umgebungsgeräuschen eignet sich allerdings besser die Richtcharakteristik Hyperniere. Diese wird besonders gerne von Liedermachern benutzt, die Singen und dazu gleichzeitig Gitarre spielen. Durch die schmale Richtcharakteristik isoliert das Mikrofon die Hauptschallquelle – den Gesang – und lässt das Begleitinstrument in den Hintergrund treten.
Eine breite Charakteristik eignet sich dagegen eher zur Aufnahme von Chören oder größeren Instrumenten wie Klavier oder Vibraphon. Eine Kugelcharakteristik ist wiederum optimal für räumliche Tonaufnahmen. Einige teurere Modelle von Großmembran-Kondensatormikrofonen verfügen über eine umschaltbare Richtcharakteristik, bei teureren Kleinmembran-Kondensatormikrofone werden Austauschkapseln mit zusätzlichen Richtcharakteristiken angeboten.

Frequenzcharakteristik und Kapselgröße

Zu wichtigen Parametern gehören auch der Membran-Durchmesser und die damit verbundene Frequenzcharakteristik. Jedes Instrument erzeugt Klänge in einem bestimmten Frequenzbereich und will man diese originalgetreu aufnehmen, muss das Mikrofon genau dieses Frequenzspektrum abdecken. Mikrofone mit einer größeren Membran eignen sich besser zur Abnahme von Bässen, sind aber weniger höhenempfindlich. Deshalb werden sie speziell zur Abnahme von Bass-Instrumenten wie Bass-Trommel, Bassgitarren-Combo oder Tuba gerne verwendet. Bei der Abnahme von Geigen, Trompeten oder Mandolinen spielt wiederum die Bassempfindlichkeit keine große Rolle. Hier ist ein Mikrofon mit kleinerer Membran und größerer Höhenempfindlichkeit besser.
Im Allgemeinen sollte die Frequenzcharakteristik möglichst ausgeglichen sein und eine möglichst originalgetreue Übertragung ermöglichen. Bei manchen Mikrofonen ist die Frequenzcharakteristik allerdings genau auf das jeweilige Instrument abgestimmt, wie zum Beispiel bei Mikrofonen für Bassdrum.


Zubehör

Beim Mikrofon-Kauf denken Sie an das erforderliche Zubehör wie Mikrofonkabel, hochwertige, stabile Ständer und für Sänger auch verschiedene Schutzvorrichtungen wie Pop-Filter. Bei empfindlichen Mikrofonen lohnt sich die Anschaffung einer Mikrofonschwinghalterung , der sog. „Spinne“, die anstelle der mitgelieferten Hülse montiert wird.



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